Bolivien, Amazonas Resiliente – Schutz für den Amazonas-Wald. Bäuerin Julia Flores Guari beim Triebschnitt eines Kakao-Baums und Douglas Velasquez Moriset, Mitarbeiter der Caritas-Partnerorganisation Cipca. © Fabian Biasio, Bolivien, zVg, Caritas Schweiz

Das Ziel: eine Welt ohne Armut

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Seit fast 125 Jah­ren setzt sich Cari­tas Schweiz gegen Armut im In- und Aus­land ein – zum Bei­spiel, indem sie Klein­bau­ern in Boli­vi­en dabei unter­stützt, ihr Ein­kom­men zu sichern und gleich­zei­tig den Ama­zo­nas zu schützen.

Für vie­le Fami­li­en im boli­via­ni­schen Ama­zo­nas-Regen­wald ist der Ver­kauf von Para­nüs­sen und Acai-Bee­ren eine wich­ti­ge Ein­nah­me­quel­le. Die kli­ma­ti­schen Ver­än­de­run­gen und der Ver­lust von Wald­flä­che füh­ren jedoch dazu, dass der Ertrag sinkt. 

Um ihr Ein­kom­men zu sichern, sehen sich die Klein­bau­ern gezwun­gen, wei­te­re Wald­flä­che zu roden, um dort Getrei­de anzu­bau­en oder Tie­re zu hal­ten. Die Fol­ge: Die ohne­hin schon ver­hee­ren­den Aus­wir­kun­gen des Kli­ma­wan­dels wer­den durch die fort­schrei­ten­de Abhol­zung wei­ter verstärkt.

Ein dop­pel­ter Erfolg

Um die­sen Teu­fels­kreis zu durch­bre­chen, hat Cari­tas Schweiz, die seit 1988 mit einem eige­nen Büro in La Paz ver­tre­ten ist, im ver­gan­ge­nen Jahr das Kli­ma-Pro­jekt «Ama­zo­nas Resi­li­en­te» lan­ciert. Das Ziel ist zum einen der Schutz des Ama­zo­nas im Nor­den des Lan­des, zum ande­ren die Stär­kung der dort ansäs­si­gen Bevöl­ke­rung gegen­über den Aus­wir­kun­gen des Klimawandels. 

Dabei setzt die Cari­tas auf Agro­forst­wirt­schaft: Mehr­jäh­ri­ge gros­se Bäu­me und nied­ri­ge ein­jäh­ri­ge Nutz­pflan­zen wer­den auf der­sel­ben Flä­che ange­baut. So kön­nen die Setz­lin­ge im Schat­ten der Bäu­me wach­sen, zudem bie­ten die Bäu­me Schutz vor Ver­dun­stung und Boden­ero­si­on. Mit die­ser Metho­de, ist die Cari­tas über­zeugt, wer­den mehr Erträ­ge gene­riert, und das Brand­ro­den des Regen­walds ist nicht mehr nötig – ein dop­pel­ter Erfolg. 

Gemein­sam mit den loka­len Behör­den und den Klein­bau­ern­fa­mi­li­en legt die Cari­tas Plä­ne für die Pfle­ge des Wal­des fest, wobei der Ver­zicht auf wei­te­re Rodun­gen der wich­tig­ste Aspekt ist. Wei­ter klärt die Cari­tas die Klein­bau­ern über die Fol­gen des Kli­ma­wan­dels auf und führt sie in die prak­ti­sche Agro­forst­wirt­schaft ein. Zudem wer­den die Fami­li­en­be­trie­be dar­in bestärkt, ihre Ern­te selbst zu ver­ar­bei­ten, um wei­te­re Absatz­märk­te zu erschliessen.

Boli­vi­en, Depart­a­men­to de Pan­do, Cobi­ja. Cari­tas-Pro­jekt Ama­zo­nas Resi­li­en­te – Schutz für den Ama­zo­nas-Wald. Ale­jan­dro Tibi Flo­res betreut die Setz­ling-Farm. © Fabi­an Bia­sio, Boli­vi­en, Depart­ment Pan­do, zVg Cari­tas Schweiz

Flücht­lings­hil­fe als Kernaufgabe

Der Ver­ein Cari­tas Schweiz wur­de 1901 auf Initia­ti­ve des Aar­gau­er Kapu­zi­ner­pa­ters Rufin Stei­mer gegrün­det, mit dem Ziel, Armut zu ver­hin­dern und zu lin­dern. Im Lauf sei­ner fast 125-jäh­ri­gen Geschich­te hat er sei­ne Auf­ga­ben immer wie­der an die gesell­schaft­li­chen Bedürf­nis­se ange­passt. Seit den Dreis­si­ger­jah­ren gehört die Flücht­lings­hil­fe und die Betreu­ung von Asyl­su­chen­den in der Schweiz zu sei­nen Grund­auf­ga­ben. Wäh­rend des zwei­ten Welt­krie­ges wur­de die Hil­fe für Kriegs­op­fer im Aus­land zu einem wei­te­ren Schwer­punkt der Cari­tas. In den Fünf­zi­ger­jah­ren star­te­te das Hilfs­werk sein Enga­ge­ment in der Entwicklungszusammen­arbeit und Kata­stro­phen­hil­fe, die bis bis dato stark aus­ge­baut wurden. 

Heu­te ist Cari­tas Schweiz im Inland und welt­weit in rund 20 Län­dern auf vier Kon­ti­nen­ten tätig. Seit eini­gen Jah­ren führt sie auch Kli­ma­pro­jek­te durch, um die Lebens­grund­la­gen von Men­schen im glo­ba­len Süden zu stär­ken, die von den Kli­ma­ver­än­de­run­gen beson­ders betrof­fen sind. Cari­tas Schweiz setzt sich auch auf poli­ti­scher Ebe­ne für die Inter­es­sen der Benach­tei­lig­ten ein. Sie nimmt regel­mäs­sig Stel­lung zu aktu­el­len poli­ti­schen Dis­kus­sio­nen in der Sozial‑, Migra­ti­ons- und Ent­wick­lungs­po­li­tik und zeigt, wo Hand­lungs­be­darf besteht.

Cari­tas Schweiz

Cari­tas Schweiz ver­hin­dert, lin­dert und bekämpft Armut in der Schweiz und welt­weit in rund 20 Län­dern. Gemein­sam mit einem Netz von regio­na­len Cari­tas-Orga­ni­sa­tio­nen setzt sich Cari­tas Schweiz für Men­schen ein, die in der rei­chen Schweiz von Armut betrof­fen sind: Fami­li­en, Allein­er­zie­hen­de, Arbeits­lo­se, Working Poor. Die Cari­tas betreut Asyl­su­chen­de sowie Flücht­lin­ge und lei­stet Rechts­be­ra­tung. Zudem ver­mit­telt sie Frei­wil­li­ge für sozia­le Ein­sät­ze.

Welt­weit lei­stet Cari­tas Schweiz Not­hil­fe bei Kata­stro­phen und enga­giert sich im Wie­der­auf­bau. Mit ihren Pro­jek­ten in der Entwicklungszusammen­arbeit setzt sich die Cari­tas in den Berei­chen siche­re Migra­ti­on, Anpas­sung an den Kli­ma­wan­del, Ver­bes­se­rung des Ein­kom­mens und Kata­stro­phen­hil­fe ein.