Seit zehn Jahren vernetzt die Konferenz Bildschulen Schweiz (KBS) Bildschulen in der ganzen Schweiz und Liechtenstein mit dem Ziel, allen Kindern und Jugendlichen Zugang zu Kunst- und Gestaltungsbildung zu ermöglichen. Die Bildschulen schaffen Räume für Kreativität, praktisches Lernen und Selbstwirksamkeit – und fördern so die persönliche und soziale Entwicklung junger Menschen.
Was vor einem Jahrzehnt als lose Initiative engagierter Lehrender und Kunstschaffender begann, ist heute ein landesweites Netzwerk mit 20 Mitgliedsschulen in der Schweiz und in Liechtenstein. «Die ersten zehn Jahre waren geprägt von Aufbauarbeit, Vernetzung und gemeinsamer Interessenvertretung», sagt Barbara Windholz, Präsidentin der Konferenz Bildschulen Schweiz (KBS). Die Bildschulen bieten Kunst- und Gestaltungsräume für Kinder und Jugendliche ausserhalb des regulären Schulunterrichts. Sie vermitteln gestalterische Fähigkeiten und fördern die Kreativität durch Kurse und Workshops. Als Dachverband setzt sich die KBS für die Sichtbarkeit der Bildschulen in Bildung, Kulturpolitik und Öffentlichkeit ein. Heute vertritt sie die Interessen der Bildschulen auf nationaler Ebene, initiiert Fach- und Netzwerktreffen, organisiert Weiterbildungen für Bildschulleitungen und Unterrichtende. Über 6000 Kinder und Jugendliche besuchen die Angebote der Bildschulen. «Die Bildschulbewegung wächst stetig. Wir freuen uns, dass immer mehr Kinder davon profitieren», so Windholz.
Gestalten, erforschen, verstehen
In den Bildschulen lernen Kinder und Jugendliche weit mehr als Mal- oder Basteltechniken. Sie erfahren, wie man eigene Ideen visualisiert, im Team arbeitet und kreative Lösungen für komplexe Aufgaben findet – fernab von schulischem Leistungsdruck. Im Kurs Experimentierwerkstatt der K’Werk Bildschule bis 16 an der Schule für Gestaltung Basel untersuchen Kinder beispielsweise verschiedene Werkstoffe wie Ton, Holz oder Recyclingmaterialien und experimentieren mit deren Eigenschaften. «Dabei entstehen nicht nur künstlerische Objekte, sondern auch ein tieferes Verständnis für Materialkreisläufe, Handwerkstechniken und nachhaltige Gestaltung», erklärt Windholz. Die Kinder entwickeln ein Gespür für die Möglichkeiten und Grenzen der Materialien – und sie lernen, dass Kreativität und praktische Anwendung Hand in Hand gehen. Diese Erfahrungen stärken nicht nur ihre künstlerische Ausdrucksfähigkeit, sondern auch ein verantwortungsbewusstes Handeln.

Mit Kooperation und Qualifikation zum Erfolg
Kooperationen sind für die Bildschulen zentral, um kulturelle Bildung möglichst vielen Kindern und Jugendlichen zugänglich zu machen. Schulen, Museen, Architekturinstitutionen und Musikschulen werden eingebunden, damit Projekte in den Unterricht integriert oder neue Formate entwickelt werden können. Von Projektwochen über thematische Workshops bis hin zu langfristigen Partnerschaften profitieren die Teilnehmenden so von einer praxisnahen, vielseitigen Bildung.
Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg der Bildschulen ist die Qualifikation der Lehrenden. Der CAS BildWeit – Doing Culture mit Kindern und Jugendlichen ist eine spezifische Weiterbildung im Bereich der ausserschulischen Kunst- und Gestaltungsvermittlung und richtet sich an Kunstschaffende oder Personen mit pädagogischer Vorbildung. In Kooperation mit der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) verbindet der Studiengang theoretische Inputs mit Praktika an den Bildschulen. Studierende lernen, die Theorie in der Praxis umzusetzen und Kinder kreativ zu fördern – und sichern somit auch die hohe Qualität der Bildschulangebote.
Chancengleichheit in der kulturellen Bildung schaffen
Um diese Rolle der Bildschulen zu stärken, hat die KBS eine klare Vision: «Unser Ziel ist es, die Bildschulen schweizweit als unverzichtbaren Partner in der kulturellen Bildung zu etablieren», sagt Barbara Windholz. Konkret will die KBS die Zahl der Bildschulen ausbauen, ihre Qualität gewährleisten, Forschung und Innovation vorantreiben und nachhaltige Finanzierungsmodelle sichern. Statt projektbezogener Einzelbeiträge sollen langfristige Strukturen geschaffen werden, getragen von struktureller und politischer Unterstützung. Damit will die KBS Bildschulen in Bildungsstrategien und in der öffentlichen Wahrnehmung verankern. «Wir streben eine Schweiz an, in der jedes Kind unabhängig von Herkunft oder Wohnort die Möglichkeit hat, gestalterisch tätig zu sein und kulturelle Kompetenzen zu entwickeln», sagt Windholz.


Konferenz Bildschulen Schweiz
Die Konferenz Bildschulen Schweiz ist der Dachverband von 20 gemeinnützigen Bildschulen in der Schweiz und in Liechtenstein. Sie setzt sich für Kunst- und Gestaltungsbildung für alle ein, vernetzt Lehrende und Schulen, entwickelt Qualitätsstandards und fördert Projekte für Kinder und Jugendliche. Die Mitgliedsschulen bieten Workshops, Semesterkurse und offene Werkstätten für rund 6000 Kinder und Jugendliche pro Jahr. Mit Weiterbildungsangeboten wie dem CAS BildWeit wird die pädagogische und fachliche Kompetenz der Unterrichtenden gestärkt.






