Erzählcafé Bild: Anna-Tina Eberhard

Geschich­ten ver­bin­den und Gemein­schaft stärken

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Das Netz­werk Erzähl­ca­fé ist eine Initia­ti­ve, die Men­schen durch die Kraft des Erzäh­lens zusam­men­bringt. In einer Zeit, in der die digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­on oft domi­niert, schafft das Erzähl­ca­fé einen Raum für per­sön­li­che Begeg­nun­gen und den Aus­tausch von Lebenserfahrungen. 

«Das Erzäh­len schafft sozia­le Teil­ha­be und stärkt das Gemein­schafts­ge­fühl. Es ermög­licht den Teil­neh­men­den, ihre Selbst­wirk­sam­keit in der Grup­pe zu erle­ben», erklärt Rhea Braun­wal­der, Co-Geschäfts­füh­re­rin des Netz­werks Erzähl­ca­fé. Seit sei­ner Grün­dung durch das Migros-Kul­tur­pro­zent und die Fach­hoch­schu­le Nord­west­schweiz im Jahr 2015 trägt das Netz­werk Erzähl­ca­fé zur Durch­füh­rung von Erzähl­ca­fés in allen Lan­des­tei­len bei. An den Erzähl­ca­fés kom­men Men­schen aller Alters­grup­pen und Hin­ter­grün­de zusam­men und tei­len Erleb­nis­se und Erfah­run­gen aus dem All­tag. Die Erzähl­ca­fés fin­den in Biblio­the­ken, Kul­tur­zen­tren und ande­ren öffent­li­chen Ein­rich­tun­gen statt und för­dern das Ver­ständ­nis und die Empa­thie inner­halb der Gemeinschaften.

Gemein­schafts­ge­fühl stär­ken durch geteil­te Erlebnisse

Ein zen­tra­ler Aspekt der Erzähl­ca­fés ist die För­de­rung des Gemein­schafts­ge­fühls. Durch das Tei­len per­sön­li­cher Geschich­ten ent­steht eine Atmo­sphä­re des Ver­trau­ens und der Zusam­men­ge­hö­rig­keit. «Das Erzähl­ca­fé lehrt uns, nicht wer­tend und acht­sam zuzu­hö­ren. Es ent­la­stet die Teil­neh­men­den vom ‹Reagie­ren-müs­sen›, was zuerst ein Umler­nen erfor­dert, aber den mei­sten dann sehr ent­spricht», sagt Braun­wal­der, die selbst Erzähl­ca­fés mode­riert. Die­se Begeg­nun­gen ermög­li­chen es den Teil­neh­men­den, über ihre eige­nen Erfah­run­gen hin­aus­zu­blicken und neue Per­spek­ti­ven zu gewinnen.

Erzähl­ca­fés für alle Alters­grup­pen und Lebenslagen

Im Jahr 2023 fan­den über 315 Erzähl­ca­fés statt, die sich an ver­schie­de­ne Ziel­grup­pen rich­te­ten, dar­un­ter älte­re Men­schen, Erwach­se­ne, Jugend­li­che und Per­so­nen mit Beein­träch­ti­gun­gen. Die­se Viel­falt zeigt die brei­te Akzep­tanz und den Erfolg des For­mats. «Unse­re Metho­de des mode­rier­ten Erzäh­lens hat vie­le Vor­tei­le: Es wird res­sour­cen­ori­en­tiert gespro­chen, man reflek­tiert beim Spre­chen und erhält durch die Aus­sen­sicht sowie das Zuhö­ren neue Ein­sich­ten», so Braun­wal­der weiter. 

Erzähl­ca­fé Bild: Anna-Tina Eberhard

Koope­ra­tio­nen und Unterstützende

Das Netz­werk arbei­tet eng mit Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen zusam­men, um das Erzähl­ca­fé-For­mat in ver­schie­de­nen Lebens­be­rei­chen ein­zu­set­zen. Dazu gehört auch eine enge Part­ner­schaft mit dem Migros-Kul­tur­pro­zent, der Fach­hoch­schu­le Nord­west­schweiz, Gesund­heits­för­de­rung Schweiz, der Wal­der Stif­tung und der Paul Schil­ler Stif­tung, Zürich. Sie ermög­li­chen die Durch­füh­rung von the­ma­ti­schen Erzählcafés. 

Noch inklu­si­ver und ver­netz­ter über 2024 hinaus

Die finan­zi­el­le Siche­rung und die lang­fri­sti­ge Pla­nung sind wich­ti­ge Aspek­te der Arbeit des Netz­werks. Im Jahr 2024 plant das Netz­werk, die Zahl der Ver­an­stal­tun­gen zu erhö­hen und neue Mit­glie­der zu gewin­nen. Dabei bleibt das Ziel, eine inklu­si­ve­re und ver­netz­te Gesell­schaft zu för­dern. «Wich­tig ist uns auch, dass alle Men­schen mit­ma­chen kön­nen – und in ihren jewei­li­gen Spra­chen erzäh­len kön­nen. Wir hat­ten sogar ein Erzähl­ca­fé mit gehör­lo­sen und hören­den Per­so­nen, bei dem simul­tan in Gebär­den­spra­che über­setzt wur­de», erklärt Braunwalder.

Der Ver­ein Netz­werk Erzählcafé

Der Ver­ein Netz­werk Erzähl­ca­fé Schweiz för­dert per­sön­li­che Begeg­nun­gen und den Aus­tausch von Lebens­er­fah­run­gen durch das For­mat des Erzähl­ca­fés. Der Ver­ein orga­ni­siert und unter­stützt Erzähl­ca­fés in der gan­zen Schweiz, um Men­schen unter­schied­li­cher Alters­grup­pen und Hin­ter­grün­de zusam­men­zu­brin­gen. Erzähl­ca­fés bie­ten einen Raum für den offe­nen Aus­tausch von Geschich­ten, stär­ken das Gemein­schafts­ge­fühl und för­dern Empa­thie und Ver­ständ­nis. Die Ver­an­stal­tun­gen fin­den in öffent­li­chen Ein­rich­tun­gen wie Biblio­the­ken und Kul­tur­zen­tren statt und sind offen für alle. Ein beson­de­res Augen­merk legt der Ver­ein auf die Ein­bin­dung von älte­ren Men­schen, Men­schen mit Beein­träch­ti­gun­gen und ande­ren benach­tei­lig­ten Grup­pen. Durch die Part­ner­schaft mit spe­zi­fi­schen Stif­tun­gen und Orga­ni­sa­tio­nen kön­nen the­ma­ti­sche Erzähl­ca­fé-Rei­hen und der Ziel­grup­pe ange­pass­ten Pro­jek­te rea­li­siert werden.Das Netz­werk Erzähl­ca­fé bil­det Erzähl­ca­fé-Mode­rie­ren­de aus und bie­tet ihnen Wei­ter­bil­dun­gen und Work­shops an. Die drei­spra­chi­ge Aus­rich­tung des Ver­eins stellt sicher, dass Erzähl­ca­fés in der gan­zen Schweiz zugäng­lich sind.

Das Spen­den­ma­ga­zin von StiftungSchweiz rich­tet sich an Spen­de­rin­nen und Spen­der. Es infor­miert über aktu­el­le Pro­jek­te, Trends im Spen­den­markt und gibt Tipps, die das digi­ta­le Spen­den ein­fa­cher machen. Jede zwei­te Woche erscheint ergän­zend der «Do Good» Spen­den-News­let­ter.