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Die Fila­sez plant ein «Tüf­tel­ate­lier»

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Der Ver­ein Fila­sez hat sich zum Ziel genom­men, ein neu­es Kin­der-Tüf­tel­ate­lier in der Stadt Win­ter­thur auf­zu­bau­en und zu betrei­ben. Im Ate­lier sol­len Tüftler:innen die Mög­lich­keit erhal­ten, ihre Ideen mit viel Krea­ti­vi­tät und mit­hil­fe kom­pe­ten­ter Unter­stüt­zung durch die Fila­sez umzu­set­zen. Das Tüf­tel­ate­lier ist eine Initia­ti­ve des Ver­eins Fila­sez und für alle Kin­der zugänglich.

Es gibt sie bereits in vie­len Städ­ten der Schweiz: Tüf­tel­ate­liers. Die Idee ist, dass Kin­der, unab­hän­gig vom Ein­kom­men ihrer Eltern, ihrer Krea­ti­vi­tät frei­en Lauf las­sen kön­nen und ihre tol­len Ideen und Pro­jek­te umset­zen kön­nen. Der Ver­ein Fila­sez will nun in Win­ter­thur ein Tüf­tel­ate­lier rea­li­sie­ren. Er stellt den Kin­dern Ort, Mate­ri­al und Beglei­tung zur Ver­fü­gung. Ein sol­ches Pro­jekt sei eine Inve­sti­ti­on in die Zukunft, sagt Michel­le Brun, Geschäfts­lei­te­rin der Fila­sez. Das Ange­bot ist für die teil­neh­men­den Kin­der abge­se­hen vom Ver­brauchs­ma­te­ri­al kosten­los. Das Pro­jekt finan­ziert sich über ein breit abge­stütz­tes Fundraising. 

Kin­der tüf­teln. Bild zVg Ver­ein Filasez

Frei­es Tüf­teln und Gestalten

Ganz viel­sei­tig dür­fen sich Kin­der und Jugend­li­che ab neun Jah­ren im Tüf­tel­ate­lier in den Berei­chen Kunst, Hand­werk, Tech­nik, Natur­wis­sen­schaf­ten und Gestal­tung aus­to­ben. Sie sol­len basteln, ent­wickeln, aus­pro­bie­ren und gestal­ten – also so rich­tig tüf­teln kön­nen. Das Ate­lier soll eine Art Ideen­pool sein. Kin­der und Jugend­li­che erle­ben es als ein Umfeld gegen­sei­ti­ger Inspi­ra­ti­on. «Die Tüftler:innen sol­len eigen­stän­dig expe­ri­men­tie­ren dür­fen», sagt Michel­le Brun. Dabei wer­den sie immer durch eine pro­fes­sio­nel­le Lei­tung der Fila­sez unter­stützt. Die Leiter:innen sind mehr als nur Auf­sichts­per­so­nen. Sie möch­ten die Tüftler:innen in ihrem Tun bestär­ken, ermu­ti­gen und mit­hel­fen. Getüf­telt wer­den kann mit ver­schie­de­nen Mate­ria­li­en, zum Bei­spiel mit Holz, Far­ben, Metall, Tex­til, Kunst­stoff oder Elek­tro­nik. Damit die Atelierbesucher:innen mög­lichst unab­hän­gig ihre Ideen ver­fol­gen kön­nen, schreibt die Fila­sez einen obli­ga­to­ri­schen zwei­tä­gi­gen Ein­füh­rungs­kurs vor. So ler­nen die Tüftler:innen die gel­ten­den Ate­lier­re­geln ken­nen und erfah­ren, wie mit Mate­ri­al und Maschi­nen umzu­ge­hen ist. Danach dür­fen sie das Ate­lier prak­tisch unein­ge­schränkt nut­zen. Es ist geplant, das Tüf­tel­ate­lier rund 90 Tage im Jahr geöff­net zu haben. «Das freie Tüf­teln soll nicht das ein­zi­ge Ange­bot im Ate­lier sein», sagt Michel­le Brun. «Die Fila­sez möch­te unter ande­rem auch Kur­se in den Berei­chen Tech­nik und Gestal­tung anbie­ten oder vier­mal jähr­lich ein «Repair-Café» durch­füh­ren.» Inspi­riert wur­de die Fila­sez vom Pro­jekt «Brüt­werk – die Tüf­tel­werk­statt», die sich in Buchs, St. Gal­len befin­det. Für den Auf­bau benö­tigt die Fila­sez rund 100’000 Fran­ken, wobei jähr­lich rund 150’000 Fran­ken Betriebs­ko­sten anfal­len wer­den. Das Tüf­tel­ate­lier soll kosten­los und öffent­lich sein. So kön­nen auch «tüft­le­risch» begab­te und inter­es­sier­te Kin­der von ein­kom­mens­schwa­chen Eltern oder Flücht­lings­kin­der das Ange­bot nut­zen. Ein­zig das ver­brauch­te Mate­ri­al wird ver­rech­net. Um den Rest­be­trag zu decken, ist der Ver­ein auf Spen­den und För­der­bei­trä­ge angewiesen.

War­um ein Tüftelatelier?

Der Ver­ein möch­te das freie und selb­stän­di­ge Tüf­teln und damit den krea­ti­ven Aus­druck der Kin­der und Jugend­li­chen för­dern. «Es ist wich­tig, dass die Tüftler:innen ihre eige­nen Ideen ver­fol­gen und Din­ge aus­pro­bie­ren kön­nen», sagt Michel­le Brun. Dazu gehört, dass nicht alles funk­tio­niert – nicht nur Erfol­ge son­dern auch Miss­erfol­ge sei­en Kern­ele­men­te eines jeden Lern­pro­zes­ses. Fin­den die Tüftler:innen nach hart­näcki­gem Pro­blem­lö­sen end­lich einen Weg, erleb­ten sie ein beflü­geln­des Gefühl und ihr Selbst­ver­trau­en wür­de gestärkt, so Michel­le Brun. Frei­es Tüf­teln begün­sti­ge die Krea­ti­vi­tät, Moti­va­ti­on und Selb­stän­dig­keit. «Tüf­teln ist Den­ken mit allen Sin­nen», sagt Michel­le Brun. Die För­de­rung die­ser Fähig­keit sei spä­ter für Beruf und All­tag von gros­ser Wich­tig­keit. Und wei­ter: «Es ist ein wesent­li­ches Ele­ment zur Wei­ter­ent­wick­lung unse­rer Gesellschaft.»

Fila­sez – Tüf­tel­ate­lier Winterthur

Der gemein­nüt­zi­ge, poli­tisch und kon­fes­sio­nell unab­hän­gi­ger Ver­ein Fila­sez in Win­ter­thur ist Trä­ger des Pro­jekts «Fila­sez – Tüf­tel­ate­lier Win­ter­thur». Die Fila­sez neh­me in die­sem Bereich eine Vor­rei­ter­rol­le ein und set­ze sich für eine neue Lern­kul­tur ein. Der Ver­ein ist Trä­ger der unab­hän­gi­gen Schu­le «Fila­sez» in Win­ter­thur. Ziel des Ver­eins ist es, eine grös­se­re Bil­dungs­viel­falt zu för­dern. Er ist über­zeugt, die Schu­le von heu­te sei stets auch die Schu­le von mor­gen, eine hoch­wer­ti­ge Aus­bil­dung sei die Vor­aus­set­zung für ech­ten Fort­schritt. Letzt­lich sind die Schu­len mit dem kon­stan­ten Wan­del unse­rer Gesell­schaft ver­bun­den. Die­sen Aspekt gilt es zu beach­ten und es sei von gros­ser Bedeu­tung, sich mit neue Fra­gen zu Fach‑, Selbst- und Sozi­al­kom­pe­ten­zen aus­ein­an­der­zu­set­zen. Mit sei­nem Haupt­an­ge­bot – der Schu­le – und wei­te­ren Ange­bo­ten, wie das geplan­te Tüf­tel­ate­lier, möch­te die Fila­sez das Ler­nen über alle Sin­ne ermöglichen.

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