Bild: Lions, zVg Stiftung Wagerenhof

Bedarfs­ge­rech­te Frei­zeit­an­ge­bo­te für alle

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Frei­zeit und deren Gestal­tung sind wich­tig. Für alle. So sieht es die Stif­tung Wage­ren­hof. Auch Men­schen mit schwer­ster Beein­träch­ti­gung, haben das Recht auf pas­sen­de Frei­zeit­an­ge­bo­te. Doch lei­der feh­len sol­che häu­fig, da Men­schen mit hohem bis zu maxi­ma­lem Unter­stüt­zungs­be­darf neben spe­zi­fi­schen Ange­bo­ten eine spe­zi­el­le Betreu­ung benö­ti­gen. Der Wage­ren­hof möch­te dies nun ändern.

Men­schen mit schwe­rer Beein­träch­ti­gung haben in ihrem täg­li­chen Leben meist einen sehr hohen Unter­stüt­zungs­be­darf. Für sie ist es schwie­rig, unab­hän­gig von ande­ren Per­so­nen zu leben. Häu­fig sind sie in ihrer Mobi­li­tät, bei der Bewe­gung, ihrem Aus­drucks­ver­mö­gen und ihren gei­sti­gen Fähig­kei­ten stark ein­ge­schränkt. Trotz­dem: Jeder Mensch hat das Recht auf Frei­zeit und Teil­ha­be an Frei­zeit­an­ge­bo­ten. Laut der UN-Behin­der­ten­kon­ven­ti­on (UN-BRK), die von der Schweiz 2014 unter­zeich­net wur­de, sind Hin­der­nis­se zu behe­ben, mit denen Men­schen mit Behin­de­rung kon­fron­tiert sind. Zudem soll der Schutz vor Dis­kri­mi­nie­rung gewähr­lei­stet sein. Ihre Inklu­si­on und damit die Gleich­stel­lung in unse­rer Gesell­schaft ist zu för­dern. Gemäss der Stif­tung Wage­ren­hof gehört die Frei­zeit und deren Gestal­tung auch dazu – für alle gleichermassen.

Viel­fäl­ti­ge Freizeitangebote

Der Wage­ren­hof för­dert schon seit Jah­ren Frei­zeit­an­ge­bo­te und schafft lau­fend neue. Die aktu­el­le Palet­te an Ange­bo­ten für Men­schen inner­halb der Wohn­ge­mein­schaft, der Insti­tu­ti­on und der Gesell­schaft ist bunt: von gemein­sa­men Feri­en bis hin zur Dis­co. Begei­stert neh­men die Men­schen vom Wage­ren­hof an den Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten teil. Trotz­dem wird deut­lich, dass die Hür­den für Men­schen mit gerin­gem bis mitt­le­ren Hil­fe­be­darf bei der Frei­zeit­ge­stal­tung tie­fer lie­gen, als jene für stark beein­träch­tig­te Men­schen mit hohem Unter­stüt­zungs­be­darf. Die Stif­tung strebt nach einer viel­fäl­ti­gen Band­brei­te an bedarfs­ge­rech­ten Frei­zeit­an­ge­bo­ten, zwi­schen wel­chen die Bewohner*innen pas­send zu ihrer Tages­struk­tur oder am Wochen­en­de selb­stän­dig wäh­len und teil­neh­men können. 

Mehr Eigen­be­stim­mung

Doch, wie sol­len sol­che Ange­bo­te aus­se­hen, sodass auch Men­schen mit schwer­ster Ein­schrän­kung über ihre Frei­zeit­ge­stal­tung frei bestim­men kön­nen? Zusam­men mit Prof. Dr. Moni­ka Sei­fert von der Uni­ver­si­tät zu Köln hat die Stif­tung Wage­ren­hof ein Basis­mo­dell der acht wesent­li­chen Kern­di­men­sio­nen für Lebens­qua­li­tät erar­bei­tet. Mit die­sem Modell wird kla­rer, was über­haupt die Bedürf­nis­se des Men­schen sind. Die Stif­tung ermit­tel­te gemein­sam mit der Hoch­schu­le die Sach­la­ge auf objek­ti­ver wie auch sub­jek­ti­ver Ebe­ne. Sie tat dies mit ver­schie­den­sten Erhe­bungs­in­stru­men­ten, bei­spiels­wei­se um Sozia­le Inklu­si­on – eine der acht Kern­di­men­sio­nen – zu mes­sen. Anhand die­ser Daten erhofft sich die Stif­tung, ihre Bewohner*innen bes­ser zu ver­ste­hen und allen­falls noch bes­ser «lesen» zu kön­nen. Mit genau­er Kennt­nis über die Bedürf­nis­se und Wün­sche ihrer Bewohner*innen ist der Wage­ren­hof in der Lage, sei­ne Frei­zeit­an­ge­bo­te lau­fend an den dyna­mi­schen Bedarf anzupassen.

Kon­kre­te Ergänzungen

Die Stif­tung möch­te ihre bis­he­ri­gen Frei­zeit­an­ge­bo­te anhand der gewon­nen Erkennt­nis­se ergän­zen. Für alle Bewohner*innen soll ein geeig­ne­tes Ange­bot vor­han­den sein. Dane­ben wird die Infra­struk­tur neu geplant, sodass sie am Fei­er­abend und an den Wochen­en­den ein­fach und auto­nom zugäng­lich ist, Hil­fe­lei­stun­gen erlaubt und vor allem viel­fäl­ti­ge Ange­bo­te ermög­licht. Hier­zu möch­te der Wage­ren­hof einen neu­en Frei­zeit­raum gestal­ten. Aber auch mate­ri­el­le und orga­ni­sa­to­ri­sche Vor­aus­set­zun­gen muss die Stif­tung über­ar­bei­ten. Ins­be­son­de­re müs­sen Fach­kräf­te für die Betreu­ung und Beglei­tung im Frei­zeit­raum zur Ver­fü­gung ste­hen. Über­grei­fen­de Frei­zeit­an­ge­bo­te, die am Abend oder am Wochen­en­de statt­fin­den, finan­ziert die Stif­tung durch För­der- und Spen­den­gel­der. Das­sel­be gilt für den neu­en Frei­zeit­raum. Mit Ihrer Spen­de hel­fen Sie mit, das bemer­kens­wer­te Pro­jekt der Stif­tung Wage­ren­hof umzusetzen.

Stif­tung Wage­ren­hof, Heim für Men­schen mit gei­sti­ger Behinderung

1904 wur­de die Stif­tung ins Leben geru­fen. Für 242 Men­schen mit kogni­ti­ver Beein­träch­ti­gung ist der Wage­ren­hof als Kom­pe­tenz- und Dienst­lei­stungs­zen­trum heu­te ein Zuhau­se. Die Stif­tung zählt rund 650 Fach­mit­ar­bei­ten­de. Über die Jah­re ist der Wage­ren­hof ste­tig gewach­sen und hat sei­ne bedarfs­ori­en­tier­te Wohn‑, Arbeits- und Frei­zeit­an­ge­bo­te lau­fend wei­ter­ent­wickelt und auf die Bedürf­nis­se sei­ner Bewohner*innen ange­passt. So auch mit dem aktu­el­len Pro­jekt für viel­fäl­ti­ge bedarfs­ge­rech­te Frei­zeit­an­ge­bo­te für alle Men­schen – ob mit leich­ter und schwe­rer Beein­träch­ti­gung. Auch Sie kön­nen hel­fen: Unter­stüt­zen Sie den Wage­ren­hof durch eine Spende.

Das Spen­den­ma­ga­zin von StiftungSchweiz rich­tet sich an Spen­de­rin­nen und Spen­der. Es infor­miert über aktu­el­le Pro­jek­te, Trends im Spen­den­markt und gibt Tipps, die das digi­ta­le Spen­den ein­fa­cher machen. Jede zwei­te Woche erscheint ergän­zend der «Do Good» Spen­den-News­let­ter.