Copyright: UNHCR, Foto: Andrew McConnell

Auch im nahen Osten ist der Win­ter eiskalt

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In den näch­sten Mona­ten wird es für unzäh­li­ge Flücht­lings­fa­mi­li­en noch schwie­ri­ger. Der Win­ter bringt in vie­len Flücht­lings­ge­bie­ten kal­te Tem­pe­ra­tu­ren. Zugleich erschwert die Coro­na­pan­de­mie die Situa­ti­on mar­kant. UNHCR kommt durch die bis­lang gröss­te Flücht­lings­kri­se an sei­ne Gren­zen und ist drin­gend auf Spen­den angewiesen.

Wenn wir uns einen Win­ter in Jor­da­ni­en oder Syri­en vor­stel­len, den­ken wir eher weni­ger an eisi­ge Tem­pe­ra­tu­ren oder sogar Schnee. Doch genau das ist die Rea­li­tät. Die Win­ter in die­sen sonst war­men und son­ni­gen Gebie­ten fal­len nicht anders aus als die Win­ter in der Schweiz. Die Tem­pe­ra­tu­ren fal­len unter minus zehn Grad Cel­si­us. Die dar­aus resul­tie­ren­de Pro­ble­ma­tik beschäf­tigt die Flücht­lings­hil­fe Jahr für Jahr.

Den Win­ter überleben

Vor Win­ter­ein­bruch müs­sen die Flücht­lin­ge und deren Unter­künf­te an die eisi­gen Tem­pe­ra­tu­ren und Schnee­fäl­le adap­tiert wer­den. UNHCR stat­tet Flücht­lings­fa­mi­li­en bei­spiels­wei­se mit Wär­me­decken, Schlaf­säcken, war­mer Klei­dung und Schutzb­la­chen aus. In den Win­ter­mo­na­ten ist die­se Hil­fe unab­ding­bar, denn ohne Zuhau­se sind die tie­fen Tem­pe­ra­tu­ren noch bedroh­li­cher. Und selbst in den not­dürf­ti­gen Unter­künf­ten schleicht die Käl­te durch jede Rit­ze. Im Liba­non, in Jor­da­ni­en, Syri­en und in wei­te­ren Län­dern war­ten über 3,3 Mil­lio­nen Men­schen drin­gend auf Hil­fe. Bei fast allen Flücht­lin­gen han­delt es sich um Fami­li­en. Dar­un­ter sind vie­le Kin­der. «Man kann von Men­schen nicht erwar­ten, jah­re­lang in einem Zustand von Umbruch und Cha­os zu leben – ohne jede Chan­ce, nach Hau­se zurück­zu­keh­ren, und ohne Hoff­nung», meint Filip­po Gran­di, der UN-Hoch­kom­mis­sar für Flücht­lin­ge. Die mei­sten Flücht­lin­ge muss­ten ihr Zuhau­se, ihre Arbeit und alles Ver­trau­te zurück­las­sen und konn­ten nur das Nötig­ste mit blos­sen Hän­den retten.

So hilft UNHCR

Die Stif­tung «Switz­er­land for UNHCR» ist der natio­na­le Part­ner der UNHCR für die Schweiz. Sie sam­melt Spen­den, sodass die Flücht­lings­hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on ihre Auf­ga­ben aus­üben kann. Der UNHCR wird über­wie­gend von Staa­ten finan­ziert. Die­se decken knapp 40 Pro­zent des Bud­gets ab. Er ist zusätz­lich auf Gel­der von Pri­va­ten und Orga­ni­sa­tio­nen ange­wie­sen. Sprich: Spen­den­gel­der sind essen­ti­ell für den UNHCR. Ledig­lich ein Pro­zent wird von den Ver­ein­ten Natio­nen finan­ziert. UNHCR packt auf der gan­zen Welt an. Er lei­stet Über­le­bens­hil­fe, sorgt für recht­li­chen und phy­si­schen Schutz, Obdach, Gesund­heit und Bil­dung. Auf­grund des Bür­ger­kriegs in Syri­en ent­stand die welt­weit gröss­te Flücht­lings­kri­se. Allein inner­halb von Syri­en wur­den 6,7 Mil­lio­nen Men­schen ver­trie­ben. 5,5 Mil­lio­nen Syrer*innen sind ins Aus­land, meist in die Nach­bar­län­der Liba­non, Jor­da­ni­en, Tür­kei und den Irak, geflo­hen. Schon seit elf Jah­ren wird in Syri­en Krieg geführt. Er stürz­te den gesam­ten Nahen Osten ins Cha­os. Der UNHCR hilft, wo er kann. Doch die Mit­tel sind beschränkt. Ent­schei­de, wem Hil­fe zukommt und wem nicht, sind lei­der all­täg­lich und alle­samt nie ein­fach zu fällen.

Switz­er­land for UNHCR Foundation

Switz­er­land for UNHCR ist eine Stif­tung nach Schwei­zer Recht, die vom UNHCR, dem Flücht­lings­hilfs­werk der Ver­ein­ten Natio­nen, gegrün­det wur­de, um die Arbeit der Orga­ni­sa­ti­on in der Schweiz und in Liech­ten­stein zu unter­stüt­zen und zu för­dern.

Foto: UNHCR, Die­go Ibar­ra Sanchez

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